Vom Saarner Nachwuchs auf die große Bühne: Warum der DFB Tuspo Saarn mit fast 3.000€ belohnt

Wenn der Deutsche Fußball-Bund einen Bonusscheck an einen Amateurverein überweist, steckt meist eine besondere Erfolgsgeschichte dahinter. Bei uns im Tuspo Saarn führt diese Geschichte zu einem Spieler, der einst auf den Plätzen an der Mintarder Straße kickte und heute das Trikot von Bayer 04 Leverkusen trägt: Felix Fink.

Der 2009er Jahrgang hat in den vergangenen Jahren nicht nur den Sprung in eines der renommiertesten Nachwuchsleistungszentren Deutschlands geschafft, sondern durfte auch bereits Erfahrungen im Kreis der deutschen U-Nationalmannschaften sammeln. Für diese Entwicklung erhält die TuSpo Saarn nun einen DFB-Bonusscheck in Höhe von fast 3.000 Euro.

Doch wie verlief eigentlich der Weg von Felix? Gemeinsam mit ihm und seinem Vater Robin blickten wir an alter Wirkungsstätte auf die vergangenen Jahre zurück.

Die ersten Schritte auf dem Fußballplatz

Begonnen hat alles bei TBD Speldorf – damals noch als Bambini auf Naturrasen. Zur F-Jugend wechselte Felix schließlich zu Tuspo Saarn.

Dort traf er auf ein engagiertes Trainerteam mit Reinhold Doddek, Oliver Brencher und seinem Vater Robin. Rückblickend sehen Vater und Sohn die Jahre in Saarn als wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung.

„Wir hatten insgesamt eine sehr gute Trainersituation und eine gute Ausbildung“, erinnert sich Robin Fink.

Fünf Jahre verbrachte Felix insgesamt bei Tuspo und entwickelte sich in dieser Zeit kontinuierlich weiter.

Der Wechsel zu Rot-Weiss Essen

Zur U12 folgte der nächste Schritt: der Wechsel zum Nachwuchsleistungszentrum von Rot-Weiss Essen.

Der Kontakt entstand über Empfehlungen aus dem Fußballumfeld. Auch der FC Schalke 04 hatte damals bereits Interesse signalisiert, doch die Entscheidung für Essen war zu diesem Zeitpunkt bereits gefallen.

Der Weg ins NLZ war alles andere als selbstverständlich. Rund 30 Spieler nahmen am Auswahlverfahren teil, am Ende wurden lediglich zwei bis drei Kinder aufgenommen.

„Als die Zusage kam, war das natürlich etwas Besonderes“, erinnert sich Felix.

Bei RWE trainierte er dreimal pro Woche. Im zweiten Jahr kam zusätzlich individuelles Einzeltraining hinzu. Dazu gehörten lange Fahrten, Turniere und Spieltage am Wochenende – teilweise sogar mit zwei Einsätzen an einem Wochenende.

Trotz des höheren Leistungsniveaus empfand Felix die Zeit als positiv: „Wir hatten über die zwei Jahre einen relativ stabilen Kader und ich habe damals keinen riesigen Druck gespürt.“

Der Sprung nach Leverkusen

Bei den Spielen der Nachwuchsleistungszentren blieb das Talent nicht unentdeckt. Scouts von Bayer 04 Leverkusen wurden auf den vielseitig einsetzbaren Linksverteidiger (oder linker Schienenspieler) aufmerksam.

Zur U14 erfolgte schließlich der Wechsel nach Leverkusen.

Der Start verlief allerdings alles andere als optimal. Kurz nach dem Wechsel zog sich Felix einen Mittelfußbruch zu und fiel rund vier Monate aus.

„Das war definitiv ein Tiefpunkt“, erzählt er heute.

Dennoch kämpfte er sich zurück und etablierte sich im Nachwuchsbereich des Bundesligisten.

Der Weg zur Nationalmannschaft

Ein weiterer Meilenstein folgte als U15-Spieler über die Auswahlmannschaften des Fußballverbandes.

Zunächst erfolgte die Nominierung für die Stützpunktauswahl aus dem Mittelrhein. Die Auswahlmannschaften der Stützpunkte nehmen dann an Sichtungsturnieren teil, in denen der DFB sichtet. Nach einem solchen Turnier erhielt er schließlich die erhoffte Nominierung und Einladung zu einem DFB-Lehrgang.

Ein solcher Lehrgang dauert in der Regel 5 Tage. In der Zeit lebt er dann am DFB-Campus in Frankfurt. Auch die schulische Betreuung war dort natürlich organisiert – täglich standen bis zu zwei Stunden Unterricht auf dem Programm.

„Die Einladung war natürlich ein riesiger Moment“, berichtet Felix.

Alltag im Nachwuchsleistungszentrum

Heute lebt Felix unter der Woche in einer Gastfamilie gemeinsam mit zwei weiteren Spielern. Ein guter Mannschaftskamerad erleichterte ihm damals die Eingewöhnung.

Von Montag bis Freitag dreht sich vieles um Schule und Fußball. Die Klasse der Partnerschule von Bayer 04 wird von insgesamt 13 Spielern besucht, 10 davon stammen aus seiner Mannschaft. Nach dem Unterricht geht es per Fahrdienst direkt zur BayArena und anschließend wieder zurück.

Trotz des professionellen Umfelds bleibt Zeit für Regeneration. Zweimal pro Woche stehen keine Trainingseinheiten bzw. Spiele an.

Ein Jahr mit Höhen und Tiefen

Mittlerweile spielt Felix bereits im vierten Jahr für Bayer Leverkusen. Die aktuelle Saison beschreibt er als wechselhaft.

Felix musste erneut eine Verletzung verkraften.

Nun steht der nächste große Schritt bevor: der Sprung in die U19.

Wie die Perspektiven dort aussehen, ist aktuell noch offen. Ein neuer Trainer hat die Mannschaft übernommen, sodass konkrete Planungen und Rollenverteilungen erst mit Beginn der neuen Saison klarer werden.

Auch in diesem Alter gehört professionelle Unterstützung längst dazu. Felix wird dabei von der Spielerberatung Talents & Friends begleitet.

Stolz auf den gemeinsamen Weg

Für Tuspo Saarn ist die Entwicklung von Felix Fink ein schönes Beispiel dafür, welchen Weg junge Talente mit Leidenschaft, Fleiß und der richtigen Förderung gehen können.

Wir freuen uns, dass wir Felix auf einem Teil seines Weges begleiten durften und bedanken uns sehr für seine Zeit und die spannenden Einblicke in seine bisherige Laufbahn.

Der DFB-Bonusscheck ist dabei weit mehr als eine finanzielle Unterstützung. Er ist Anerkennung für die geleistete Nachwuchsarbeit und zugleich Ansporn, auch künftig jungen Spielerinnen und Spielern die bestmöglichen Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten.

Vielleicht schreibt schon das nächste Saarner Talent an einer ähnlichen Geschichte.